Durch die heißer werdenden Sommer entscheiden sich immer mehr Menschen dazu, eine eigene Wasserstelle im Garten anzulegen. Was dabei jedoch häufig außer Acht gelassen wird, ein Pool ist weder klima- noch naturfreundlich. Was für uns eine angenehme Abkühlung darstellt, kann für viele Amphibien und kleinere Wildtiere zur Todesfalle werden. Ein Schwimmteich ist hierfür eine tolle Alternative.

Weltweit ist fast ein Drittel aller Amphibien (über 1800 Arten) bedroht. (Foto: Pixabay, johnnpas)

Die Todesfalle

Amphibien leiden am stärksten unter dem Verlust von Lebensräumen. Insbesondere der fortschreitende Flächenverbrauch durch Industrie und Landwirtschaft, die Zerschneidung der Landschaft durch Siedlungen und Straßen erschweren ihnen das Überleben. Gerade bei großer Hitze lockt der Wassermangel in der Natur viele Amphibien, aber auch andere kleine Lebewesen zu unseren menschlichen Wasserquellen, um ihren Durst zu stillen und sich zu erfrischen. Die glatten Poolwände und die Tiefe des Beckens hindern die Tiere jedoch daran, wieder aus den Pools zu herauszukommen, wodurch sie erbärmlich ertrinken. Ausstiegshilfen sind dabei eine Lösung, Schwimmteiche eine noch viel bessere.

Schwimmteich vs. Naturpool

Bis vor wenigen Jahren gab es für naturnah aufbereitete, künstliche Badegewässer weder klare Definitionen noch eindeutige Abgrenzungen. Dies führte zu unterschiedlichen Anlagen und Systemen, oft mit wenig befriedigenden Ergebnissen. Erst durch die intensive Zusammenarbeit von praktisch Arbeitenden (v. a. LandschaftsgärtnerInnen) und NaturwissenschaftlerInnen (BiologInnen, ChemikerInnen) kam es zur Auftrennung in „Schwimmteich“ und „Naturpool“. Österreich hatte und hat dabei stets eine Vorreiterrolle, so wurden die unterschiedlichen Definitionen für die zwei Typen 2013 in einer ÖNORM (L 1128) festgeschrieben. Der augenfälligste Unterschied ist: Schwimmteiche sind stehende, Naturpools sind durchströmte Gewässer.

→ Naturpool

Ein Naturpool ist ein permanent über ein ausreichend dimensioniertes Filtersystem gereinigtes Gewässer. Bei passender Anlage und Betrieb zeichnet sich dieser Gewässertyp durch dauerhafte Klarheit aus, vergleichbar mit einem Chlor-Pool. Auch bezüglich der Wasserorganismen ähnelt der Naturpool eher dem Pool. Plankton-Krebschen, Wasserkäfer oder auch Molche, Frösche und Kröten finden sich nur vereinzelt wieder. Dasselbe gilt für die Pflanzenwelt. Nur einige wenige Sumpfpflanzen können sich an die Nährstoffarmut des Naturpools anpassen, wobei das Wachstum stark begrenzt ist. Grundsätzlich zielt ein Naturpool also auf ein Badevergnügen mit Pool-Gefühl in klarem Wasser ohne Gift ab.

→ Schwimmteich

Neben der Nutzzone muss etwa 50 Prozent der Anlagenfläche als bepflanzte sogenannte Regenerationszone dienen. (Foto: Pixabay, Bilder20)

Im Schwimmteich ist im Vergleich zum Naturpool üppiges Tier- und Pflanzenleben möglich und für die Funktion sogar notwendig. Neben der Nutzzone muss etwa 50 Prozent der Anlagenfläche als bepflanzte sogenannte Regenerationszone dienen. Die Regenerationszone bietet nahezu für alle in ihrer Region typischen Sumpf- und Wasserpflanzen Platz. Auf und zwischen den Pflanzen bietet sich zahlreichen selten gewordenen Tierarten – wie Frösche, Molche, Libellen – Lebensraum. Damit kann zur Erhaltung der Biodiversität und zum Tierschutz beigetragen werden. Die permanente Klarheit des Naturpools erreicht der Schwimmteich nicht. Vor allem im Frühling sind Eintrübungen möglich.

Wichtig ist, dass diese Reinigungsmechanismen nicht nur unterschiedlich sind, sondern einander teilweise sogar empfindlich stören. Die filterbedingten Strömungen im Naturpool würden durch die permanente Wasserbewegung den Aufwuchs von fädigen Algen- bzw. Blaualgenbelägen über den Pflanzensubstraten fördern. Dies hemmt unter anderem das Aufkommen einer Lebensgemeinschaft im freien Wasser, die für einen funktionierenden Schwimmteich entscheidend ist.

Die architektonische und optische Gestaltung trägt nicht zum Unterschied bei und ist mittlerweile vielfältig möglich.

Sowohl der biologische Schwimmteich und als auch der Naturpool verzichten auf eine chemische Wasseraufbereitung. Die Wasserqualität wird durch das biologische Gleichgewicht erreicht. Besonders der Schwimmteich dient nicht nur dem Menschen als Erholungsraum, sondern auch den Pflanzen und Tieren.

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Ein Artikel von Denise
veröffentlicht am 15.06.2021