Immer mehr Menschen wollen keine Kuhmilch mehr trinken. Die Gründe reichen von veganer Lebenseinstellung bis hin zu Laktose-Intoleranz. Warum auch immer: Im Folgenden stellen wir euch Drinks vor, die mindestens so lecker schmecken wie Milch von Säugetieren, jedoch rein pflanzlichen Ursprungs sind.

Pflanzenmilch

Von Cashew bis SojaEine Balkengrafik die Kuh-, Hafer-, Soja-, Mandel- und Reismilch bezüglich Treibhausgasen, Landnutzung, Wasserverbrqauch und Überdüngung vergleicht. Sie zeigt, dass Hafe- und Sojamilch die besten Alternativen sind.

Wer keine Kuhmilch trinken mag, findet mittlerweile in allen Super- und Drogeriemärkten oder bei Anbietern von Bio-Kistln Milch-Alternativen.

Egal, ob pur getrunken, als Kakao, im Smoothie oder beim Kochen und Backen – es kann aus einer Vielfalt von Produkten gewählt werden. Dabei spielen neben Kriterien wie Geschmack, Konsistenz (wichtig beispielsweise im Kaffee) oder Regionalität auch die ökologische und gesundheitliche Wirkung der verschiedenen Getreide- und Pflanzensorten eine Rolle. Der Blick auf die Zutatenliste ist daher auch hier wichtig: So erfährst du den Herkunftsort, ob Zucker oder auch Kalzium und Vitamine (z.B. Vitamin B12) zugesetzt wurden.

Ideal sind regionale Drinks mit Bio-Gütesiegel und ohne Zuckerzusatz – in der Ökobilanz punkten vorallem Soja und Hafer.

Hier eine kurze Vorstellung einiger Pflanzendrinks

  • Cashewmilch: Eine eher seltene Pflanzenmilch, die aus den Kernen des tropischen Cashewapfels, den sogenannten Cashewnüssen, gewonnen wird. Lecker, aber leider kein regionales Produkt. Darum am besten nur ab und zu genießen.
  • Dinkeldrink: Leichter Getreidegeschmack, nicht geeignet für Glutenallergiker. Viele mögen den Dinkelgeschmack im Kaffee.
  • Hafermilch: Eher dünnflüssig – für den Kaffee, besonders wenn man sie aufschäumen möchte, gibt es eigene Barista-Editionen, die etwas dickflüssiger sind. Sie hat einen süßen Beigeschmack und macht sich gut zum Backen oder im Müsli. Sie ist kohlenhydratreich und enthält mehr Ballaststoffe als andere Planzenmilch, dafür aber kaum Protein.
  • Haselnussdrink: Schön nussiger Geschmack. Mir schmeckt sie pur, sie hat aber einen stärkeren Eigengeschmack.
  • Hirsemilch: Mein persönlicher Favorit, ich liebe den leicht süßlichen Geschmack und genieße oft ein Glas gekühlter Hirsemilch pur. Viele Kinder mögen diesen Drink. Hirse schmeckt nicht nur gut, sie ist sehr gesund: Durch ihren hohen Gehalt an Eisen, Magnesium und Silicium ist sie gut für Haut, Haare, Knochen und Nägel.
  • Kokosmilch: Je nach Hersteller hat sie ein unterschiedlich starkes Kokosaroma. Wie die Cashewmilch gibt es sie nicht regional und für für Kokospalmen werden mittlerweile riesige Anbauflächen in den Tropen benötigt, die ähnliche Probleme wie bei der Palmöl-Gewinnung mit sich bringen. Auch der Einsatz von dressierten Affen für die Kokosnuss-Ernte ist für Tierfreunde ein No-go. Darum finde ich, Kokosmilch nur zu besonderen Anlässen – und wenn, dann jedenfalls auf Gütesiegel wie Bio und Fair Trade achten.
  • Mandelmilch: Eher dickflüssig, leicht süßlicher Geschmack. Gut für die Backstube geeignet. Die beste Mandelmilch hab ich bis dato in Italien getrunken ;-) Rund 80 % der weltweit verarbeiteten Mandeln stammen aus Kalifornien, die meisten europäischen Mandeln aus Spanien. Der Anbau verbraucht dabei sehr viel Wasser – zudem wird die Nutzung von Bienen als Bestäuber als sehr problematisch gesehen, da die Bienen sehr dicht in die Plantagen gesetzt werden und dort sehr viel Stress und auch Pestiziden ausgesetzt sind. Weil ohne diese industrielle Bienenhaltung Mandelproduktion nicht möglich wäre, ist es fraglich, ob Mandeln eigentlich als vegan gelten können. Die Ökobilanz ist bei der Mandelmilch aber natürlich immer noch besser als bei Kuhmilch.
  • Reismilch: Im Handel üblich sind bereits gewässerte Reisdrinks, die eher dünnflüssig sind. Im Kaffee mag ich sie nicht, auch in der Küche ist mir Reismilch oft zu wenig sämig. Wir haben es probiert: Kinder mögen Reismilch, auch als Kakao – hier gebe ich oft geschäumte Sojamilch dazu (denn Reismilch lässt sich nicht gut schäumen). Toll finde ich die Bio-Reisdrinkbasis von Libuni: Man entscheidet selbst, wie wässrig die Reismilch sein soll und gibt je nach Geschmack Wasser zum Basis-Drink. Das spart auch Verpackungsmaterial. Beim Reis kommt es aber auch auf die Herkunft an – aus Europa ist die Ökobilanz natürlich deutlich besser als aus Indien – auch hierzulande ist aber der Wasserverbrauch und die Emissionen im Vergleich zu anderen Pflanzenmilchsorten hoch.
  • Reis-Cashew-Drink: Eine der vielen Reismilch-Variationen. Der Befund des animal.fair-Teams fiel nach einer spontanen Verkostung folgendermaßen aus: Vom Aussehen her eher wie Reismilch, also wässrig. Im Geschmack dann angenehm neutral und nicht zu süß. Die Konsistenz im Mund war sehr weich und sämig, was uns alle sehr an Kuhmilch erinnert hat und was wir von Pflanzenmilch so noch nicht kannten. Aber leider nicht regional.
  • Sojamilch: Das ist wohl der Klassiker unter den Pflanzendrinks. Im Kaffee mag ich diese Pflanzenmilch am liebsten. Sie lässt sich super aufschäumen! Auch zum Backen ist sie sehr gut geeignet. Und sie gibt es in Bio-Qualität sowie aus Österreich! Sie hat auch bezüglich des Proteingehalts die Nase vorn und liegt mit Kuhmilch etwa gleichauf.

DIY statt Tetrapack

Diese Pflanzendrinks kann man auch selber machen, wie wir bereits in einem Artikel über die Herstellung von Sojamilch berichtet haben. Aber auch aus Reis, Getreide, Nüssen (und den verschiedenen Mischungen daraus) lässt sich einfach selbst „Milch“ herstellen. Viele dieser Rohstoffe gibt es sehr günstig zu kaufen, so spart man Geld, aber natürlich auch Verpackung.

Pflanzenmilch, © Sandra ObermairDie Rezepte für die Drinks klingen einfach, meist werden die Körner gekocht oder eingeweicht, püriert und dann ausgedrückt. Noch einfacher soll es mit speziellen Kochgeräten sein, weshalb wir bei AND SOY, einem Anbieter eines entsprechenden Mixers, genauer nachgefragt haben.

„Diese Art von Geräten wurde vor 25 Jahren in China erfunden und findet sich mittlerweile in fast jedem chinesischen Haushalt“, erzählt Frau Nan Pustelnik-Zhao von And Soy. Wir haben die Gelegenheit genutzt und Frau Pustelnik-Zhao in einem Interview nach ihren Erfahrungen in der Zubereitung von Pflanzenmilch gefragt:

animal.fair: Aus welchen Pflanzen können „Milch-Drinks“ mit dem AND SOY-Kochmixer gemacht werden?
Nan Pustelnik-Zhao: Aus fast allen Arten von Getreide, Bohnen, Samen und Nüssen, wie zum Beispiel Mandeln, Cashewnüsse, Macadamianüsse, Paranüsse, Haselnüsse, Pekannüsse, Pistazien sowie Kokosnüsse, Sojabohnen, Adzukibohnen, Mungobohnen, Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne, Sesam, Chia-Samen, Leinsamen, Quinoa, Hirse, Reis und Hafer – alle können in köstliche Milch-Drinks verwandelt werden.

animal.fair: Welchen Drink empfehlen Sie selbst vom gesundheitlichen Aspekt her? Und welchen von der einfachen Zubereitung her?
Nan Pustelnik-Zhao: Ich bin aufgewachsen mit Sojamilch. In Asien ist Sojamilch ein sehr beliebtes und alltägliches Getränk. Die Sojabohne wird als „Königin der Bohnen“ und „Fleisch des Feldes“ bezeichnet. Sojabohnen enthalten hochwertiges pflanzliches Eiweiß, das alle essenziellen Aminosäuren enthält und gut vom Körper aufgenommen werden kann. Soja ist zudem kalorien- und fettarm und liefert wertvolle Vitamine wie zum Beispiel B1, B2, A und E, außerdem enthält es zahlreiche Mineralstoffe und Spurenelemente.
Mit dem AND SOY-Kochmixer lassen sich alle pflanzlichen Drinks einfach und schnell zubereiten. Nur ein Knopfdruck! Lediglich in der Zubereitungszeit gibt es einen Unterschied – Getreide und Bohnen werden gekocht, das Programm läuft 30 min. Nüsse müssen nicht gekocht werden, die Zubereitungszeit beträgt dann nur 5 min.

animal.fair: Worauf sollte man beim Selbermachen von Pflanzenmilch achten – egal ob mit dem Kochmixer oder ohne?
Nan Pustelnik-Zhao: Ich empfehle immer die Getreidekörner, Bohnen oder Nüsse vorher einzuweichen. Durch das Einweichen werden Enzyminhibitoren aus den Pflanzen entfernt. Die Verdaulichkeit und Bioverfügbarkeit der Nährstoffe werden dadurch verbessert.

animal.fair: Pflanzenmilch selber machen spart Geld und Müll, oder nicht?
Nan Pustelnik-ZhaoJa, absolut. 500g Bio Sojabohnen aus Österreich kosten bei AND SOY
€ 2,55. Für 1,5 Liter selbst gemachten Sojadrink verwenden Sie 90g Sojabohnen. Somit kostet Sie 1 Liter selbst gemachter Sojadrink nur ca. 30 Cent. Sojadrink aus dem Supermarkt kostet zwischen € 1,50 und € 2,00 pro Liter. Und eine Menge Verpackungsmaterial spart man obendrein.

animal.fair: Wie lange hält die selbstgemachte Milch im Kühlschrank?
Nan Pustelnik-Zhao: Die meisten selbst gemachten Drinks sind im Kühlschrank für drei oder vier Tage haltbar.

© Segovax/pixelio.de

Jetzt sind wir noch neugierig: Was sind Eure liebsten Pflanzendrinks – und wofür verwendet Ihr sie? Wir sind gespannt auf eure Erfahrungen und Geschmacks-Urteile. Und freuen uns auch über Rezepte, wie das folgende:

Palatschinken mit Marillenmarmelade

© www.andsoy.com

Palatschinken mit Marillenmarmelade
© Rezept & Bild: www.andsoy.com

Zutaten

400 ml selbstgemachte Sojamilch
140 g Dinkelvollkornmehl
1 Prise Salz
1 Prise Kurkuma

Zubereitung

  1. Mit Sojamilch, Mehl, Salz und Kurkuma einen Palatschinkenteig rühren und diesen 1 Stunde quellen lassen, dabei ab und zu mit dem Schneebesen durchschlagen.
  2. Eine flache Pfanne mit etwas Pflanzenöl erhitzen. Mit einem Schöpflöffel soviel Teigmasse einfüllen, dass der Boden gerade dünn bedeckt ist. In die Mitte einleeren und durch Herumschwenken der Pfanne gleichmäßig verteilen. Die Palatschinke nun auf einer Seite goldbraun werden lassen. Dabei mit mittlerer Hitze arbeiten. Lässt sich die Palatschinke in der Pfanne gut rütteln, kann man sie wenden.
  3. Die Palatschinken mit Marillenmarmelade bestreichen und zusammenfalten. Mit Puderzucker bestreuen und servieren.
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Ein Artikel von Sandra
veröffentlicht am 16.04.2026
Freie Journalistin und vegane Mama von zwei Schulkindern. Beim Ethik.Guide und animal.fair als Blogautorin und Social Media/facebook-Managerin aktiv. Findet Glück in der Natur, beim Backen und Kaffeetrinken.

2 Kommentare

  • Sandra sagt:

    Hallo Berti, das freut uns sehr – ich denke, heute fällt es wirklich leicht, keine Tiermilch mehr zu trinken. Das Angebot ist sehr groß – und wächst weiter. Wenn Sie & Ihre Frau leckere Rezepte entdecken, freut es uns sehr, von Ihnen zu hören ;-) Alles Gute & lg – Sandra

  • Berti sagt:

    Da meine Frau an Lactoseintoleranz leidet beschäftige ich mich selbst oft mit diesem Thema, suche schmackhafte Alternativen und leckere Rezepte. Ihre Rezepte und auch die Milchalternativen sind wirklich toll, vielen Dank!