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Silvesterfeuerwerk: Kein Spaß für Tiere und Umwelt

Der Dezember neigt sich dem Ende zu, wir fiebern dem Jahr 2020 entgegen. Und wie in jedem Jahr wird der Sinn und Unsinn von Silvesterfeuerwerk diskutiert. In einer Zeit, in der böse Geister sich mittels kurzer Ursachensuche im Internet vertreiben lassen, bleiben auf der Seite pro Feuerwerk nur mehr die Tradition und das fragwürdige Vergnügen an Lärm und buntem Funkeln.
Auf der Contra-Seite stehen gewichtige Gründe, wie der Schutz von Tieren und Umwelt vor den Konsequenzen von Feuerwerk, die dramatischen Produktionsbedingungen und die horrenden Ausgaben.
Feuerwerk

Kurzes, buntes und teures Vergnügen auf Kosten von Mensch, Tier und Umwelt (Foto: Unsplash, Mike Enerio)

Angst vor jedem Jahreswechsel

Etwa 10 Millionen Euro geben Menschen jährlich für Knaller und Raketen aus. Eine stolze Summe für etwas so vergängliches wie ein Silvesterfeuerwerk. Besonders, wenn wir die Schattenseiten des lauten Vergnügens beleuchten. Ganz direkt sehen wir, wie sehr viele Heimtiere unter den unheimlichen und lauten Geräuschen sowie bunten Lichtblitzen leiden. Besonders schlimm dabei, dass bereits Tage vor Silvester die ersten Böller und Feuerwerke gezündet werden und auch nach dem 2. Jänner noch lang Reste in die Luft gefeuert werden.

In Österreich leben 3,2 Millionen Heimtiere. Die meisten von ihnen sind Hunde und Katzen, die teilweise panisch auf die lauten Geräusche, teilweise begleitet von Farbblitzen reagieren. Wer ein Haustier hat, muss also teilweise auf eine fröhliche Feier verzichten und versuchen, Katz und Hund die Silvesternacht halbwegs erträglich zu machen. Unsere Hundeexpertin Ursula Aigner hat dazu einige gute Tipps zusammengestellt.

Während wir Heimtieren vielleicht noch durch die harte Zeit um Silvester helfen können, sind Wildtiere dem wüsten Treiben schutzlos ausgeliefert und müssen schauen, wie sie überleben.

Feuerwerk

Hunde verstehen nicht, warum wir Freude an furchtbarem Lärm haben. (Foto: Pixabay, Brett_Hondow)

Licht am Himmel = Müll am Boden

Doch mit den direkten Schäden für die Tierwelt ist es nicht getan. Feinstaub und weitere Abfälle verschmutzen unsere gemeinsame Atemluft sowie Böden und Lebensräume in Wäldern und Gärten. In Deutschland wurden die Feinstaubwerte am 1. Jänner 2019 gemessen. Trauriges Ergebnis war, dass mindestens 20 Großstädte kritische Tageswerte aufwiesen. Schlechte Nachricht also nicht nur für Menschen mit Atemwegserkrankungen, sondern für alle, die diese Luft einatmen müssen. Während wir 360 Tage im Jahr überlegen, wie wir den Feinstaubeintrag in unsere Städte durch moderneren Transport, Filteranlagen in Fabriken und sauberere Energiegewinnung reduzieren, machen wir das alles binnen weniger Stunden und Tage wieder zunichte.

Kinderarbeit für Böller & Co.

Aber damit sind noch nicht alle negativen Auswirkungen von Feuerwerk genannt. Bei uns gezündetes Feuerwerk kommt gern aus dem fernen Asien. Schließlich möchten wir für unsere 10 Millionen Euro auch möglichst viel Schwarzpulver, Schwefel und Co. in die Luft jagen. Die Arbeitsbedingungen in vielen Fabriken sollten uns jedoch die Tränen in die Augen treiben. So arbeiten nicht nur Erwachsene unter gesundheitsschädlichen Bedingungen mit zahlreichen Chemikalien, für die wir hier Schutzkleidung, Abzug, Brandschutzmaßnahmen und ähnliches vorschreiben würden, sondern auch Kinder ab einem unfassbaren Alter von fünf Jahren.

Feuerwerk

Hantieren mit explosiven Stoffen ist offenbar faszinierend – manchmal mit bösen Folgen (Foto: Pixabay, Free-Photos)

Nur wenig älter sind teilweise die Kinder, die bei uns durch Feuerwerk verletzt werden. Viele erinnern sich selbst noch an das gefährliche Hantieren mit dem Schwarzpulver aus nach Silvester aufgesammelten Böllern, die nicht gezündet hatten.

Vorsicht, Explosionsgefahr!

Feuerwerk

(Pixabay, OpenIcons)

In Österreich starb an Silvester 2018 auf 2019 ein erst 17-Jähriger, weil er sich beim Versuch ein möglichst kraftvolles Feuerwerk zu zünden, schwere Kopfverletzungen zugezogen hatte. Nicht ohne Grund also verbieten Gemeinden das Abbrennen privaten Feuerwerks und setzen auf ein einziges, kontrolliertes Spektakel aus Feuerwerk oder Lasershow. Damit reduzieren Städte und Gemeinden nicht nur Angst und Stress bei Mensch und Tier, sondern auch die Belastung der Umwelt durch Feinstaub und Abfälle von Feuerwerk sowie die Verletzungsgefahr.

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Ein Artikel von Hella
veröffentlicht am 17.12.2019