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Vegane Meisenknödel und Biostreufutter selber machen

Vogelfütterung

Jetzt ist sie also da, die kalte und dunkle Jahreszeit. Auch unseren gefiederten Mitbewohnern macht sie zu schaffen. Lebensraumverlust, sterile Gärten, eintönige Monokulturen und pestizidbelastetes Saatgut machen ihnen das Leben und die Futtersuche schwer. Was also tun, wenn du ihnen unter die Flügel greifen willst? Hochwertiges Vogelfutter selber machen! Renate von unserem Redaktionsteam hat das ausprobiert und stellt ihre Rezepte vor:
Vogelfütterung

Bio, vegan, gesund und ruckzuck fertig. (Foto: Unsplash, Fabianna Freeman)

Im Ethik.Guide, dem Einkaufsführer für fairen und nachhaltigen Konsum, findest du in der Kategorie Haushalt & Garten jede Menge Bezugsquellen für umweltfreundlichen Gartenbedarf.

Drei ganz einfache Produkte – hochwertig, bio und vegan – decken für alle gartenbesuchenden Vögel den Futterbedarf ab:

  • Bio-Körner-Streufutter
  • vegane Bio-Meisenknödel
  • verblühte Sonnenblumen im Garten stehen lassen

Aber: In allen, mir bisher unter gekommenen Meisenknödeln war Rinder- oder Lämmertalg drin. Was also tun, wenn du das nicht möchtest? Wie so oft lautet die Antwort hier: Ganz einfach selbst machen! Und so geht’s…

Meisenknödel

Zutaten:

  • Bio-Kokosfett (Bioladen)
  • Bio-Streu-Vogelfutter (am besten selbst mischen oder im guten Fachhandel kaufen – im Bioladen oder bei Vivara)
  • Hanfschnur oder eine Meisenknödelhalterung*

Zubereitung:

(Netto-Arbeitszeit für 8 Knödel: 20 Minuten)

Zuerst das Kokosfett in einem großen Topf auf niedriger Temperatur schmelzen, danach soviel Saatmischung hinzufügen, dass die Körner dicht in der Fettmasse eingebettet sind. Gut umrühren und für ein 1-2 Stunden in den Kühlschrank stellen. Das Kokosfett wird dann wieder schnell fest und bindet die Körner stabil.

Danach den Topf bei Zimmertemperatur wieder durchwärmen lassen, 2 Stunden reichen. Mit einem Löffel eine schneeballgroße Menge herausnehmen, mit den Händen zu einem „Schneeball“ formen, auf einen großen Teller legen. Wieder ab in den Kühlschrank für mindestens eine Stunde. Wenn die fertigen Knödel richtig hart sind, einer Stricknadel durchstechen und die Hanfschnur durch den Knödel ziehen. Auf einer Seite dick und mehrmals verknoten, auf der anderen eine Schlaufe knoten. Nun können die Meisenknödel aufgehängt werden, idealerweise an Zweige von Bäumen und Sträuchern. Wenn du einen Meisenknödelhalter hast, dann (je nach Größe der Gitterkonstruktion) einen oder mehrere Meisenknödel einfüllen und im Garten oder am Balkon aufhängen.
Falls die Meisenknödel nicht gleich aufgehängt werden, gekühlt lagern, da Kokosöl bei Zimmertemperatur sehr weich wird.

* Meisenknödelhalterungen sind artgerechte Gitterkonstruktionen, die gefüllt mit Meisenknödel zur Fütterung aufgehängt werden. Es gibt sie in verschiedenenen Größen und Formen. Eine Auswahl davon ist bei Vivara erhältlich.

Warnung vor den Meisenknödeln in Plastiknetzen: Meisen können sich mit den Beinchen in den Plastiknetzen verfangen und verletzen. Ausserdem landen diese Plastiknetze dann oft in der Natur, sind für andere Wildtiere eine Gefahr und in jedem Fall eine Belastung für die Umwelt.

Streufutter

Hochwertiges Bio-Vogelfutter (Streufutter) kaufen und in Futterhäuschen füllen. Am besten Häuschen aus Holz, bei denen die Vögel nicht direkt im Futter sitzen können. Sehr wichtig ist auch, dass das Futter nicht nass werden kann, da verschimmeltes Futter für die Vögel giftig ist. Besonders empfehlenswert sind die gut durchdachten Vogelhäuser, die es bei Vivara zu kaufen gibt.

Das Häuschen regengeschützt oder an der weniger wetterexponierten Seite des Balkons oder des Gartens aufhängen (nicht in der Nähe von Insektenhotels!), einen Meisenknödel unten dran montieren – für den extra-Energieschub – und fertig.

Achte auch darauf, dass die Futterstellen ausreichend weit vom Boden entfernt sind, damit die Vögel beim Fressen vor Katzen geschützt sind. Außerdem sollte das Häuschen in der Nähe (3 – 6 m) von lockeren Sträuchern stehen. Die Vögel fühlen sich wohler wenn sie sich von solch einer gut einsichtigen Sitzwarte nähern können.

Vogelhäuschen sollten regelmäßig geleert und gereinigt werden, um Krankheitsübertragungen und der Schimmelbildung vorzubeugen. Am besten vor und nach dem Winter mit Seifenlauge und Bürstchen auswaschen, Ritzen mit einer alten Zahnbürste putzen und gut trocknen lassen.

Kohlmeise Vogelhäuschen Winterfütterung

Das gefüllte Futterhäsuchen ist für viele Vögel eine Überlebenshilfe im Winter. Bonus: vor dem Fenster platziert bietet die Futterstelle eine wunderbare Möglichkeit Wildvögel hautnah zu beobachten. (Foto: Pxhere, CC0)

All-in-One-Bio-Streufutter selbst gemacht

Falls du kein hochwertiges Bio-Streufutter bekommst, dann auch dieses einfach mit Bioladen-Zutaten zu gleichen Teilen selbst mischen. Je vielfältiger die Mischung, umso mehr Vogelarten können sich am Futter ergötzen.

Zutaten:

  • Erdnüsse, Haselnüsse, Walnüsse (geschält und zerkleinert)
  • Haferflocken
  • Sonnenblumenkerne (geschält und ungeschält)
  • Leinsamen
  • Maiskörner
  • Rosinen
  • Hirse
  • eventuell etwas Olivenöl

Das Futter selbst zu mischen hat zusätzliche Vorteile:  (1) Es ist ein hochwertiges All-in-One-Futter, das fertig abgemischt in Bio-Qualität kaum erhältlich ist. (2) Alle Vögel haben die Möglichkeit, sich eine für sie geeignete Mahlzeit heraussuchen. (3) Es ist frei von Verunreinigungen durch Samen nicht-heimischer Pflanzen (Einige invasive Pflanzenarten haben sich in Österreich mit Hilfe von Vogelfutter übermäßig ausgebreitet und verdrängen nun heimische Arten. So haben sich beispielsweise oft Samen von Ambrosia – einer Pflanze, die in Sonnenblumenfeldern wächst – ins Fertigfutter „geschmuggelt“).

Sonnenblumen

Meine persönlichen Lieblingsblumen sind Sonnenblumen. Sie sind aber nicht nur wunderschön in der Blütezeit anzusehen; vertrocknet bieten sie eine wunderbare Futterquelle für unsere Vögel. Dafür die verblühten Sonnenblumen entweder im Garten stehen lassen oder abschneiden, trocknen und neben einander an den Zaun oder Balkon montieren. Vor allem Stieglitze kommen in Scharen und fressen die Samenkörner.

Sonnenblume

Die Sonnenblume ist nicht nur eine Bienen- und Augenweide im Sommer, sondern auch eine willkommene Nahrungsquelle für Singvögel im Winter. (Foto: Unsplash, Haley Owens)

Viel Spaß beim Mischen und Beobachten unserer gefiederten Freunde!

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Ein Artikel von der Ethik.Guide-Redaktion
veröffentlicht am 1.12.2020