Warum ins Fitnessstudio gehen, wenn du dich stattdessen kostenlos beim Einsatz für die Natur auspowern kannst? Gerade wenn du den ganzen Tag im Homeoffice, Büro oder in der Schule sitzt, ist ein bisschen Bewegung an der frischen Luft ein wunderbarer Ausgleich. Wie du dabei auch noch etwas für die Natur machen kannst, liest du hier.

Vor allem Kröten brauchen lange, um die Straße zu überqueren. Durch ihr behäbiges Vorwärtskommen dauert das oft 15 Minuten. (Foto: Pexels, Egor Kamelev)

Amphibienwanderstrecken

Amphibien, insbesondere Kröten und Frösche wandern jährlich von ihren Überwinterungsorten zu den Laichgewässern, um sich fortzupflanzen und ihre Eier abzulegen. Auf dem Weg zum Gewässer müssen die Tiere aber häufig Straßen überqueren, welche eine Todesfalle für eine Vielzahl von ihnen darstellt. Vor allem Kröten bewegen sich sehr behäbig. In der aktivsten Zeit der Tiere – die Dämmerung und nachts, wenn sie am wenigsten Gefahr laufen, durch Verdunstung auszutrocknen – werden sie von AutofahrerInnen sehr schlecht gesehen. Aber selbst wenn der Frosch nicht direkt vom Reifen überfahren wird, erleidet er tödliche innere Verletzungen durch die Luftdruckwelle, die das fahrende Auto erzeugt.

Um dieses Sterben zu verhindern, werden an den entsprechenden Strecken Zäune aufgestellt. Die Tiere drehen am Zaun aber nicht um, sondern hüfen diesen entlang, bis sie das Ende erreicht haben. Daher braucht es eine Möglichkeit, die Tiere sicher auf die andere Seite zu befördern. Neu gebaute Straßen werden mittlerweile mit passenden Tunneln ausgestattet – Krötenunterführungen sozusagen. In vielen Gebieten müssen diese Zäune aber mit Freiwilligen betreut werden – du zum Beispiel. Wenn du einen Krötenzaun betreust, musst du ein bis zweimal am Tag in den Boden eingesenkte Kübel, die sich im Laufe der Zeit mit Amphibien füllen, auf der anderen Straßenseite entleeren. Dabei kannst du die faszinierenden Tiere aus nächster Nähe beobachten. Besonders für Kinder ist das ein aufregendes und lehrreiches Unterfangen.

Wo kannst du mithelfen?

Im Ethik.Guide, dem Einkaufsführer für fairen und nachhaltigen Konsum, findest du in der Kategorie Mode jede Menge Geschäfte und Labels, die auf Sport- und Outdoor-Kleidung ohne Tierleid setzen.

Pflegeeinsatz in Naturschutzgebieten

Natur verbinden wir oftmals mit Wildnis und kompletter Unberührtheit. Das ist jedoch nur eine Facette davon. Viele in Österreich selten gewordenen Arten sind auf den Einfluss des Menschen angewiesen. Dazu gehören etwa Trockenrasen oder Feuchtwiesen. Diese Lebensräume sind an Stellen entstanden, an denen nur schwer Wald wachsen kann. Die dort lebenden Arten sind besonders gut an die sehr trockenen beziehungsweise sehr feuchten Bedingungen angepasst.

Bevor der Mensch großflächigen Einfluss auf die Landschaft genommen hat, haben große Pflanzenfresser wie etwa Auerochsen dafür gesorgt, dass in besagten Gebieten kein Wald aufkommt und auch angrenzende Gebiete von Wald freigehalten werden. Nachdem der Mensch immer weitere Teile Europas vereinnahmte und die Auerochsen vertrieben und ausgerottet wurden, haben die Weidetiere der Menschen diese Funktion übernommen. Da diese Landwirtschaftsform heute vor allem im Osten Österreichs nicht mehr existiert, erobert der Wald immer weitere Gebiete mit seltenen Graslandarten.

Um das vollkommene Erlöschen der noch verbliebenen Rückzugsorte der Arten zu verhindern, können Freiwillige, so wie du unter Anweisung von ExpertInnen für den Erhalt dieser besonderen Lebensräume sorgen. Sägen, hacken, knipsen, mähen und abtransportieren ist hier die Devise. Ein etwas anderer Wochenendausflug für alle beweglichen Altersklassen mit Bonus: Beim Pflegeeinsatz erfährst du spannende Details zum Naturschutzgebiet, in dem du arbeitest und mit etwas Glück kannst du sogar sehr seltene Tiere und Pflanzen beobachten.

Wo kannst du auch als WienerIn mit anpacken?

Wo siehst du, was es anderorts zu tun gibt?

Entfernen von Adlerfarn auf einer Vorarlberger Almwiese

Oftmals dringen invasive Arten in gefährdete Lebensräume ein. Diese können dann nur mithilfe von Freiwilligen in Handarbeit entfernt werden. (Foto: Barbara Stalze)

Müllsammelaktionen

Eine der hässlichen Auswirkungen unterer Wegwerfgesellschaft haben in den letzten Jahren glücklicherweise immer mehr an Bekanntschaft gewonnen: Müll, soweit das Auge reicht. Müllgesäumte Strände, mit Plastikteilen gefüllte Fischbäuche und wabernde Plastiksackerlwälder am Meeresgrund. Um müllverseuchte Naturräume zu sehen, musst du aber nicht ans Meer fahren. Die nächste Landstraße oder der nächste Wanderweg sind vollkommen ausreichend.

Um mehr Bewusstsein für das Problem zu erzeugen, engagieren sich immer mehr Gemeinden für groß angelegte Müllsammelaktionen, auch für Schulklassen. Denn wenn du einmal den Müll anderer aus dem Wald oder der Wiese geklaubt hast, wirfst du nie wieder leichtherzig Abfall von dir. Warum also nicht an einer dieser Aktionen mitmachen? Wenn du den Müll einsammelst, wird dir erst so richtig auffallen, wie sehr wir uns an diesen Anblick bereits gewöhnt haben. Und liebst du es auch so, wenn du nach getaner Arbeit das strahlende Ergebnis sehen und genießen kannst?

Wer organisiert Müllsammelaktionen?

Müllsackerl

Jeder einzelne eingesammelte Müll ist ein kleiner Schritt in Richtung saubere Umwelt. (Foto: Pexels, Polina Tankilevitch)

Tipp: Wenn du wandern oder spazieren geht’s, nimm immer ein Mistsackerl mit um deinen, aber auch den auf dem Weg befindlichen Müll mitnehmen zu können. Gerade in Zeiten der Pandemie, den Müll aber nicht angreifen! Mit Hilfe von am Boden liegenden Blättern oder Ästchen kannst du den Abfall einfach aufheben ohne ihn zu berühren.
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Ein Artikel von Barbara
veröffentlicht am 9.03.2021