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Weganskie w Polsce – Vegan in Polen

Polen ist als Reiseland oder als mögliche Heimat für die Wenigsten am Radar. Außerdem ist die polnische Küche bekanntlich ziemlich fleisch- und milchproduktlastig. Doch dieses Land ist einen Besuch wert und hat kulinarisch mehr zu bieten als es den Anschein macht. Dieser Artikel gibt einen kurzen, persönlichen Einblick in die kulinarischen Möglichkeiten dieses nördlichen EU-Landes.

Nikolaus Kopernikus wurde in Torun im Nordwesten Polens geboren. (Foto: Pixabay)

Eine meiner größten Sorgen, bevor ich im Herbst 2019 für meine Arbeit an der Universität nach Polen zog, war die Situation für VegetarierInnen und VeganerInnen (und die große Luftverschmutzung). Die traditionelle Küche hat zu Recht den Ruf, sehr fleischlastig zu sein und allgemein werden sehr viele tierliche Lebensmittel gegessen. In vielen Städten, inklusive meiner Stadt Toruń, wurde ich jedoch positiv überrascht. Leider gibt es auch hier, wie in Ungarn, eine Gegenreaktion der rechts-konservativen Politik gegen die wachsende Popularität einer veganen Lebensweise.

Wie auch in Österreich, ist die Lage in den Städten (vor allem in jenen, wo es mehr Tourismus gibt) besser als auf dem Land. (Bis jetzt, aufgrund einer sehr eingeschränkten Reisefähigkeit seit März 2020 durch Covid-19, konnte ich noch keine Erfahrung in den ländlicheren Gebieten sammeln.)

Kulinarische Erkundung Polens

Warschau, als Hauptstadt und internationaler Hub, ist eine gute erste Anlaufstelle für Reisende. Einerseits finden BesucherInnen und BewohnerInnen hier eine sehr große Anzahl an Veggie-Lokalen. Andererseits ist auch das Angebot an Bio-Lebensmitteln und weiteren nachhaltigen Produkten am größten in ganz Polen. Um sich zurechtzufinden, hilft im ganzen Land die App Happy Cow und auch eine schnelle Suche bei der Suchmaschine deines Vertrauens zu veganem Frühstück etc. macht schnell fündig.

Warschau lässt kulinarisch nicht zu wünschen übrig. (Foto: Pixabay)

Ein zweites heißes, veganes Pflaster mit ausgezeichnetem Ruf ist die Nordseestadt Danzig. Die Stadt hat aufgrund ihrer hohen Anzahl an Studierenden und kulturellen Einrichtungen einen sehr liberalen (vor allem für Polen) Ruf und das zeigt sich auch auf der Speisekarte. Manna Gdansk ist ein vegan-vegetarisches Restaurant, das man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Jeder Besuch in Danzig führt mich zwangsläufig dorthin und bis jetzt war jedes Gericht, inklusive lokalem Bier und Wein, ausgezeichnet. Aber auch in vielen anderen Lokalen und Cafés gibt es ausreichend Optionen, die meist auch klar deklariert sind.

Zu guter Letzt bleibt noch meine Stadt: Toruń. Gelegen im Nordwesten Polens zwischen Warschau und Danzig (und gut von beiden Städten mit dem Zug erreichbar) ist diese Stadt der Geburtsort von Nikolaus Kopernikus, wunderschön an der Weichsel gelegen mit einer gut erhaltenen mittelalterlichen Altstadt. Auch diese kleinere, ehemalige Hansestadt wartet mit einem großen und schmackhaften Angebot auf. Es gibt vier rein vegan-vegetarische Restaurants, wo auf lokale und saisonale Zutaten gesetzt wird: Chwast Prast, Karrotka, Restauracja Ciasna und die nationale Burgerkette Krowarzywa. Meist enthalten nur einzelne Speisen tierliche Produkte (und diese sind meistens klar angeschrieben).

Vegane Pierogi erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. (Foto: © Sophia Anderson | The Wanderful Me)

Außerdem gibt es eine Vielzahl an kleinen Cafés und Lokalen, die Pflanzenmilch, vegane Kuchen und Speisen anbieten. Zum Beispiel das PERS im Herzen der Altstadt ist ein sozial verantwortliches Lokal, das sich ebenfalls (fast ganz) der pflanzlichen Küche verschrieben hat. Seit Mitte 2020 gibt es hier das erste Zero Waste Geschäft in Toruń. In der Pierogarnia, wo du die typischen, polnischen Pierogi (süß und sauer) bekommst, kannst du dich der traditionellen Küche annähern.

Positive Entwicklungen

Ein weiterer positiver Aspekt: Innerhalb des letzten Jahres hier konnte ich beobachten, wie das rein pflanzliche Angebot auch in Supermärkten stetig wächst. Zum Zeitpunkt meiner Ankunft gab es teilweise eine Sorte Tofu, Hummus und Pasta aus Linsen in den gängigen, polnischen Supermarktketten. In den letzten Monaten hat sich aber auch hier viel getan: Immer öfter finde ich Falafel, vegane Würstchen, Käse, Eis, Pierogi und vieles mehr. Fündig wirst du in Biedronka, Polo Market, Lidl, Kaufland (bei den zwei letzteren findet man auch häufiger die Zutatenliste auf Deutsch, was sehr hilfreich sein kann) und beim Drogeriemarkt Rossmann.  Auf den vielen Märkten kann man sich mit frischem Obst und Gemüse – und im Herbst mit kiloweise Pilzen – eindecken.

Aber trotzdem ist es nicht immer einfach, rein pflanzliche Alternativen zu finden, zum Beispiel auch am Hauptbahnhof in Warschau, von wo aus ich mit dem Zug nach Österreich fahre. Hier sind es bis jetzt leider nur globale Ketten wie Starbucks und Costa, die wenigstens ein paar Speisen und Pflanzenmilch anbieten. Deswegen hilft es, vorbereitet zu kommen, zumindest mit Snacks.

Sprichst du Polnisch? (Foto: Getty Images/iStockphoto)

Polnisch für Anfänger*innen

Die polnische Bloggerin Marty Dymek trägt seit Jahren dazu bei, dass rein pflanzliche Ernährung auch in Polen immer mehr ankommt, unter anderem auf ihrem Blog (nur Polnisch) und in ihren Kochbüchern, die auch auf Deutsch erschienen sind: Zufällig vegan und Zufällig vegan – International. Hier kann man sich inspirieren lassen und auch zu Hause leckere, polnische Gerichte nachkochen.

Vegan – wegański

Gemüse – warzywa

Obst – owoce

Biologisch – ekologicznej

Honig – miód

Milch – mleko

Milchfrei – Bezmleczny (oft ein Zeichen, dass ein Lokal oder Gericht keine Milchprodukte verwendet und oft auch keine Eier)

Käse – Ser

Butter – Masło

Eier – Jaja

Fisch – Ryby

Fleisch – Mięso

Ich bin Veganerin. –  Jestem weganinem.

Ich esse kein Fleisch. – Ja nie jem mięsa.

Achtung: im Polnischen gibt es sechs Fälle, das heißt die Endungen weichen meist von den Wörtern hier ab – der Wortstamm bleibt allerdings gleich.

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Ein Artikel von Yvonne
veröffentlicht am 17.01.2021