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Haare gegen verschmutzte Meere

Wusstest du, dass ein Kilogramm Haare ganze acht Kilogramm Öl aus dem Wasser filtern kann? Tatsächlich lassen sich mit Haaren Filter herstellen, die gegen die fortschreitende Verschmutzung in unseren Ozeanen eingesetzt werden können. Wie das funktioniert, erfährst du in diesem Beitrag.

Eine neue Frisur bekommen und dabei Meere retten? Was will man mehr? (Foto: Pexels, Rodnae Productions)

Im Ethik.Guide, dem Einkaufsführer für fairen und nachhaltigen Konsum, findest du in der Kategorie Kosmetik &  Körperpflege eine Auswahl an Naturfrisör-Salons.

Das Problem

Erdöl ist nicht nur eine Gefahr für das Klima sondern, auch die Beförderung und der Transport ist eine Bedrohung für die Artenvielfalt. Mittlerweile ist weithin bekannt, dass sich die giftige Substanz schlecht abbaut. Ölkatastrophen wie Deepwater Horizon im Golf von Mexiko im Jahr 2010 sind den meisten noch in Erinnerung. Doch alleine in den ersten beiden Monaten des Jahres 2022 kam es zu sechs Ölunfällen. Es gab schon viele Versuche, das Problem der verschmutzten Meere zu bewältigen, doch meist mit mäßigem Erfolg. Könnten Haare die Lösung sein?

Eine nachwachsende Ressource

Wie du weißt, sprießen Haare mehr oder weniger schnell auf unseren Köpfen und ja, nur das Haupthaar kann für Filter verwendet werden. Pro Tag kann so ein Haar schon gut und gerne 0,3 mm an Länge gewinnen. Die meisten lassen sich früher oder später die Haare schneiden. Die abgeschnittenen Haare landen im Restmüll – zumindest bis jetzt. Auf der ganzen Welt beginnen Friseur*innen nun abgeschnittenes Haar zu sammeln und spenden es an Organisationen wie Hair help the Oceans. Diese sammeln das Haar und nutzen es auf effiziente Weise gegen verschmutzte Gewässer. Übrigens kann nur ein gewisser Teil der geschnittenen Haare für Perücken verwendet werden. Da jährlich mehrere Tonnen an Haaren anfallen, könnt ihr eure Haare also getrost für die Ozeane spenden!

Tausende dieser Tanker kreuzen die Meere. Leider stranden immer wieder Schiffe – die Folgen sind katastrophal. (Foto: Pixabay, KaddunPhoto)

Die Lösung

Das Prinzip ist simpel. Erstmals eingesetzt wurde das Konzept vom französischen Verein „Coiffeure Justes“. Sie packten Haare in Nylonstrümpfe und brachten sie in beschmutzten Teilen von Seen, Ozeanen oder anderen Gewässern an. So konnte der Verschmutzung mit wenig Aufwand sehr effizient entgegengewirkt werden – Haare gibt es praktisch überall. Auch 2019 wurden die Filter in Mauritius eingesetzt. Damals strandete ein Öltanker, der 130 Tonnen Öl an Bord hatte – mithilfe der Haarfilter konnte ein gewisser Teil des Öles aufgesaugt werden. Das Ganze funktioniert, da Haare die Fähigkeit besitzen, Fett aufzusaugen. Am eigenen Kopf mag dies stören, für die Reinigung von Gewässern kann dies in Zukunft jedoch sehr vorteilhaft sein.

Was du tun kannst

Immer mehr Friseur-Salons machen bei der Aktion mit. Auch in Wien spenden bereits einige Läden die gesammelten Haare. Wenn du mitmachen willst, erzähl deinem lokalen Haarsaloon davon. Dieser kann sich dann bei Hair help the Oceans melden. So können wir gemeinsam etwas gegen die Verschmutzung in unseren Gewässern tun. Das Unternehmen spendet pro teilnehmenden Salon übrigens monatlich einen Euro für die Befreiung des Meeres von Plastik.

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Ein Artikel von Christian Gigler
veröffentlicht am 24.01.2023

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