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Zero Waste – der Selbstversuch

Zero Waste
Verpackungsfrei und damit müllvermeidend zu leben, ist ein Ziel, das gar nicht so leicht zu verwirklichen ist. Unsere Blogautorin Anna teilt mit euch ihre Erfahrungen und auch Tipps, wie ein Zero-Waste-Leben gelingen kann.
Zero Waste

Nüsse selber abfüllen statt in Plastik eingeschweißt kaufen (Foto: Unsplash, Ignacio F.)

Alltagstauglichkeit Zero Waste

Nach den drei Kriterien für Abfallvermeidung – Reduce, Reuse, Recycle – steht bei einem Zero-Waste-Leben an erster Stelle die Umgehung von Abfall. Im Supermarkt fangen hierbei schon die Schwierigkeiten an. Obst und Gemüse werden unter dem Deckmantel der Hygiene, der Kennzeichnung, Transparenz und der Haltbarkeit der Produkte in Plastikfolien, Kartonagen oder aus Zellulose gewonnene Folie verpackt. Jedoch auch die Zellulose-Folie hat Auswirkungen auf die Umwelt, da Zellulose meist aus in Monokultur angebauter Betriebsweise stammt, die Unmengen an Düngermitteln verschlingt.

Oft fällt es schwer, Obst und Gemüse verpackungsfrei zu bekommen. Bei anderen Lebensmitteln ist es nicht anders. Eine Alternative bieten Zero-Waste-Läden, die immer beliebter werden. Vor allem trockene Produkte wie Reis und Müsli können zum selber Abfüllen, entweder in selbst mitgebrachten Gefäßen oder Pfandgläsern, gekauft werden. Jedoch bieten Zero-Waste-Läden noch keine richtige Lösung, da sie erst vereinzelt zu finden und mit einer längeren Anreise verbunden sind, die oft zu mühsam ist. Jedoch gibt es eine große Auswahl an wiederverwendbaren Artikeln, wie Abschminkpads, Slipeinlagen und Netze für den Obst- und Gemüsetransport.

Waschen geht auch plastikfrei (Foto: Pixabay, Monfocus)

Der Selbstversuch

Eine gute Möglichkeit, Abfall bei Kosmetik zu vermeiden, ist einerseits diese selber herzustellen (zahlreiche DIY- Rezepte finden sich auch auf Youtube) oder Zero-Waste-Naturkosmetik zu kaufen. Viele Anbieter achten bereits auf umweltfreundliche oder recycelte Verpackungen oder bieten sogar Zero-Waste-Körperpflegeprodukte an. Im Ethik.Guide findet ihr diese natürlich auch speziell gekennzeichnet in der Liste unserer empfohlenen Naturkosmetik-Shops.

Nach einigen Überlegungen habe ich mir dann auch die Gemüsenetze geholt, die ich leider nur im Bio- Supermarkt denn´s verwenden konnte. In herkömmlichen Supermärkten kann man nicht auf das ganze Sortiment zugreifen, wenn man keinen Verpackungsmüll produzieren will. Bei anderen Produkten versuche ich weitgehend in Zero-Waste-Läden einzukaufen, was mir aufgrund des langen Weges nicht immer möglich ist. Auch Nahrungsmitteln kann man ein zweites Leben, nach dem in den Supermarktregalen, einhauchen. Als glückliche Boku-Studentin finde ich Nahrung die das Mindesthaltbarkeitsdatum lange hinter sich gelassen hat, im Tüwi im Foodsharing-Kühlschrank wieder. Aber nicht nur dort, über ganz Wien verteilt gibt es Foodsharing-Kühlschränke, in die jeder (ent-)nehmen kann was er will.

Second-Hand-Kleidung spart Unmengen an Energie, die für die Herstellung von Baumwolle oder anderer Stoffe aufgewendet würde. Humana, Bootik 54 in der Neubaugasse und Kleidertauschpartys sind meine Lieblingsadressen für schon getragene Sachen. Bei schwer zu findender Sportkleidung hilft einem ebenfalls der Ethik.Guide weiter.

Müll vermeiden ist nicht einfach, es ist leider nicht jedem möglich da auch ein großer Zeitaufwand dahintersteckt und es ist auch vom Wohnort abhängig. Am besten jeder überlegt sich für sich selber, wo und wie er/sie am besten Abfall sparen kann. Um angeben zu können, “eh nachhaltig zu sein”, betreiben Unternehmen Greenwashing und finden Lösungen für die Klimakrise oder das Abfallproblem, die keine Lösungen sind. Facts checken und selber Lösungen finden, bleibt einen nicht erspart. Wie vermeide ich Abfall? Mehr und mehr Initiativen springen aus dem Boden, die einem erleichtern, nachhaltig zu sein, viele Stoffe können auch durch richtiges Entsorgen wiederverwertet werden. Der Konsument hat die Macht, den Markt zu verändern. Wie man dann damit umgeht, muss jeder selbst herausfinden.

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Ein Artikel von der Ethik.Guide-Redaktion
veröffentlicht am 25.02.2020