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Gemüse des Monats: Tomate

Achtung, dieser Post ist bereits aus dem Jahr 2015. Einige Informationen könnten veraltet sein.
Endlich hat der rote Paradiesapfel wieder Hochsaison. Die Tomate – in einigen Gebieten Österreichs auch Paradeiser genannt – liebt die warmen Sonnenstrahlen, unter denen sie zu voller Pracht und einer geschmackvollen Frucht heranreift. Michaela Russmann, unsere Gemüse- und Rezepte-Expertin – bekannt aus BioWerkstatt, von Rohgenuss und ihren Kochbüchern – stellt uns die Tomate heute vor und erfreut mit einem sommerlichen, rohköstlichen Rezept: Cremige Tomatenpralinen – ideal zum Mitbringen für Grillpartys oder Fingerfoodfeiern.

© Jochen Russmann, Rohgenuss

Die Herkunft des roten Paradiesapfels

Ursprünglich aus Süd- und Mittelamerika stammend, brachte Christoph Columbus während seiner zweiten Amerikareise die von den Mayas kultivierte Tomatenpflanze mit nach Europa. Die Verbreitung fand vorerst in den südlichen Regionen Europas statt. Heute findet man das rote Gemüse beinahe in jedem Land.

Tomates Lieblingsorte

Tomaten sind sehr anpassungsfähig und unkompliziert. Ob am Rande des kühlen Polarkreises oder in der Hitze um den Äquator, Tomaten wachsen überall. Selbst der Boden kann völlig unterschiedlich sein, solange der pH- Wert um 5,5 bis 7,5 liegt.

Tomates Lieblingszeit

An österreichischen Tomaten, auch Paradeiser genannt, können wir uns von Juni bis Oktober laben. Das ganze restliche Jahr werden wir über Importe aus den europäischen Anbauländern versorgt, insbesondere aus Glashäusern, eine Art der Aufzucht, die sich leider im Geschmack bemerkbar macht.

Tomates Schönheitsfehler

Gerade im Wachstum sind die Paradiesäpfel sehr anfällig. Tomatenkrankheiten können so manchem Landwirt das Leben zur Hölle machen. Schädlinge, Bakterien, ein Virus oder sogar eine Mangelerscheinung greifen Blätter, Stängel und Jungfrüchte an. Krankheiten mit ausgefallen Namen wie Weiße Fliege, Tomatenwelke, Krautfäule oder Braunfäule treten in der Wachstumsphase auf.

Tomates erotischer Namensreichtum

Schon an den vielen verliehenen Namen erkennt man die große Wertschätzung gegenüber der roten Frucht. In Österreich, auf den paradiesischen Geschmack bezogen, nennt man sie „Paradeiser“. Liebesapfel, Paradiesapfel oder Goldapfel sind ebenso Bezeichnungen, die anderortens verwendet werden. Ursprünglich stammt der Name Tomate aus der Sprache der Azteken. „Tomatl“ wird sie da genannt und dies heißt soviel wie „etwas prall angeschwollen“, da die Azteken an die potenzfördernde Wirkung der Tomate glaubten.

Tomates Inhalte

Das saftige Fruchtfleisch verfügt über einen einzigartigen Geschmack. Das wasserreiche Gemüse mit den wenigen Kalorien hat es aus gesundheitlicher Sicht in sich. Neben dem Lycopin (ein spezielles Carotinoid mit antioxidativen Eigenschaften, welches unsere Zellen schützt und eine besonders schöne Haut macht) haben Tomaten einen hohen Anteil an Vitamin C, Mineralstoffen (z.B. Kalium) und wichtigen Spurenelementen.

Tomates Verwendung

Ob frisch im Salat, vollmundig in der cremigen Tomatensuppe oder als banales Ketschup, die Tomate ist eines der beliebtesten Lebensmittel in unserer Küche. Etwas was uns von jungen Jahren an begleitet, ist die schnelle Tomatensauce zu Pasta, aber selbstverständlich gibt es unzählige andere Varianten, um die rote Powerfrucht zu verarbeiten. Getrocknete Tomaten geben Gerichten die gewisse Intensität, während sie gepresst, auch dem ein oder anderen Cocktail den typischen Geschmack verleiht.
Interessant auch die Tatsache, dass über 80% der gesamten Tomatenernte industriell zu Ketchup, Tomatenmark, Tomatenpulver oder Tomaten aus der Dose verarbeitet wird.

Rezept des Monats: Cremige Tomatenpralinen

aus Michaela Russmanns „ROHGENUSS – Wenn die Küche kalt bleibt“, erschienen im Verlag Russmann & Sohn, 2014

© Jochen Russmann, Rohgenuss

Zutaten für 2 hungrige Tomatenliebhaberinnen:

  • 20 Cocktailtomaten
  • 2 Avocados
  • Saft einer halben Zitrone
  • 2 gepresste Knoblauchzehen
  • Kräutersalz
  • etwas roter Paprika zum Dekorieren

Die Avocados entkernen und das Fruchtfleisch heraus löffeln. Avocado mit Zitronensaft, Knoblauch und Salz zu einer cremigen Guacamole verarbeiten.

Die Kappen der Cocktailtomaten dünn abschneiden (und am Besten gleich vernaschen). Auf jede Tomate ein kleines Löffelchen Avocadomus setzen und mit kleingewürfeltem Paprika bestreuen.

Artikel und Rezept: Michaela Russmann, Fotos: Jochen Russmann

Von 2013 bis 2015 stellte die Kochbuch-Autorin und Gesundheitssoziologin Michaela Russmann jeden Monat exklusiv für animal.fair eine Gemüse-, Getreide- oder Obstsorte vor. Und zwar eine, die gerade Erntezeit hatte. Unser besonderes Augenmerk lag dabei auf seltenen, alten, teils vergessenen Sortenraritäten.

Ja, alte Sorten gibt es meist nicht im Supermarkt um die Ecke. Aber darum geht es: Der Garten von Mutter Erde hält soviel mehr an Vielfalt bereit als die wenigen, hochgezüchteten, oft auch noch importierten Sorten, die es weiträumig zu kaufen gibt. Wir glauben, dass der Pflanzenanbau der Zukunft sich wegbewegen muss vom Monokultur-Anbau weniger Allerwelts-Sorten hin zur biologischen Anbauweise vieler, regional unterschiedlicher Sorten. Und wir glauben, dass zu einer ausgewogenen, abwechslungsreichen und spannenden pflanzlichen Ernährung diese vielfältigen Pflanzenarten dazu gehören. Deshalb möchten wir sie Euch mit dieser Serie nahe bringen, denn die Nachfrage bestimmt das Angebot.

Bezugsquellen: Michaela Russmann verwendet meist Obst und Gemüse, das saisonal erhältlich ist. Die Sortenraritäten gibt es in manchen Bioläden, auf Bauernmärkten und vor allem bei den Kooperationspartnern des Vereins Arche Noah (der sich um den Erhalt der Sortenraritäten kümmert). Die einzelnen Kooperationspartner sind auf der Arche-Homepage aufgelistet, hier kann man sich einen Anbieter aus der eigenen Region suchen.

Zum Weiterlesen: Alle Gemüse-, Getreide- und Obstsorten des Monats

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Ein Artikel von Michaela Russmann
veröffentlicht am 27.07.2015
Michaela Russmann liebt es zu kochen und hält insbesondere zum Thema Rohkostküche Workshops und Seminare ab, Infos unter rohgenuss.at. Viele weitere ihrer Kochideen findet ihr in ihrem Buch "...aber vegan", Verlag Russmann & Sohn, ISBN: 978-3-9503565-3-3.

1 Kommentar

  • Sandra sagt:

    Lecker! Freu mich schon auf die Ribisel!