Kekse backen – ohne Zucker, ohne Weizen & vegan

© Sandra Obermair
Achtung, dieser Post ist bereits aus dem Jahr 2016. Einige Informationen könnten veraltet sein.

Drei Wünsche auf einmal, das geht nun wirklich nicht? Aber ja, alles geht in Sandras Backwerkstatt. Vor zwei Jahren haben wir erstmals vegane Kekse gebacken, dann auch weizenfrei, und heuer lassen wir den Zucker weg. Und so schmeckt’s…

© Sandra Obermair

Stars are born

Ob mit den Kindern bei der Zahnärztin, dem Probieren der Lieblingsjeans oder beim Lesen der vielen Zutatenlisten: Mein Wunsch nach weniger Zucker wuchs. Und die zuckersüße Weihnachtszeit ist eine tolle Zeit, damit anzufangen. So kann man mehr Kekse ohne schlechtes Gewissen essen ;-) Mittlerweile gibt es eine Menge Kochbücher & tolle Blogs mit vielen Rezepten ohne Zucker. Aus einer Fülle von Rezepten hab ich mal diese Vanillekekse ausgewählt, die ich auf dem tollen Blog von www.ernaehrung-ohne-Zucker.de fand.

Kuschel-Sternchen

Die Vanillekekse ohne Zucker lassen sich problemlos ausstechen und schmecken gut, eher neutral und nicht süß. Sie eignen sich auch als Jause, da sie nicht klebrig sind, und noch dazu als gesunde Energielieferanten für fleißige Schulkinder oder Kindergartenzwergerl. Sehr süß sind sie nicht, aber man kann noch geschnittene Datteln oder Agavendicksaft dazugeben, dann schmecken sie auch Naschkatzen. Durch verschiedene Zutaten wie Gewürze, Kakao Nibs (Kakaobohnen, die bei Rohkost-Temperaturen getrocknet werden) oder Kokosflocken kann man ihren Geschmack ein wenig verändern.

© Sandra Obermair

Gesunde Schoko? Kakao Nibs enthalten eine Fülle an wertvollen Inhaltsstoffen. © Sandra Obermair

Zutaten

150 g Mehl
70 g Butter, weich
70 g Haselnüsse, gemahlen
1 Vanilleschote
1 Bio-Orange, Saft und Zesten
2 EL Agavendicksaft
2 EL Wasser
3 TL Steviagranulat

Zubereitung

Die Zubereitung ist sehr einfach, idealerweise macht man das am Tag davor. Übernachtet der Teig auf dem winterlichen Balkon oder im Kühlschrank ist er nach rd. 24 Stunden gut zu verarbeiten.

  1. Alle Zutaten zusammengeben und zu einem glatten Teig verrühren.
  2. Den Teig in eine Alufolie wickeln und über Nacht im Kühlschrank kaltstellen.
  3. Am nächsten Tag den Teig etwa 30 Minuten bei Zimmertemperatur liegen lassen.
  4. Jetzt ausrollen, ausstechen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Im vorgeheizten Backhofen 15 Minuten bei 160 Grad backen.

 

© Sandra Obermair

Die Sterne ausstechen, eine Mandel oder Haselnuss in die Mitte legen und die zwei seitlichen Zacken des Sterns nach Innen über die Frucht klappen. Mit einem Zahnstocher Augen und Mund einritzen. © Sandra Obermair

Diese Kekse eignen sich auch gut zum Aufhängen am Christbaum, ans Packerl oder als Tisch-Schmuck: Mit einem Strohhalm ein Loch in eine Sternspitze stechen, backen und danach ein Band durchziehen, verknoten.

Als Mehl verwende ich sehr gern die Bio Mehl Mix Basis von Alnavit, gibt’s beispielsweise bei DM. Darin sind Reisvollkornmehl, Maisstärke, Hirsevollkornmehl und Guakernmehl vermischt. Bei mir war der Teig sehr weich, darum gab ich noch zusätzlich Mehl dazu. Weihnachtlichen Duft gibt eine Prise Lebkuchengewürz oder Zimt. Wer gern Hirse nascht, kann Hirsemilch und Hirseflocken verwenden. Für Schokotiger sorgen Kakao Nibs für gesunde Streusel im Teig.

Eiskonfekt

Neben vielen anderen leckeren Keksen ohne Zucker gefällt mir dieses Eiskonfekt mit Granatapfel sehr gut. So schön, dass man es fast verschenken könnte. Aber nur fast. Das Rezept dazu findet sich im wundervollen Kochbuch „Rohgenuss – Die vier Jahreszeiten“ von Michaela Russmann. Hier geht’s übrigens zum kompletten Rohgenuss-Weihnachts-Menü.

© Jochen Russmann

Eiskonfekt von www.rohgenuss.at © Jochen Russmann

Runter vom Zucker

Ob ganz weglassen oder einfach reduzieren: Weniger Zucker tut uns gut. Zucker wird heute fast jedem Lebensmittel zugesetzt. Die Nebenwirkungen dieser Überdosis Zucker sind bekannt: Karies, Übergewicht, und er macht süchtig. Dabei gibt es ganz viele Alternativen zum herkömmlichen raffinierten (also weißen) Zucker. Hier stellen wir euch ein paar davon vor:

  • Birkenzucker oder Xylit: Nicht nur aus der Birke gewonnener natürlicher Zuckeralkohol, der antikariogen wirkt. Richtig gelesen, Xylith hemmt Karies und ist somit sogar gut für die Zähne.
  • Sirup von Agave oder Ahorn: Agavendicksaft ist eher geschmacksneutral, Ahornsirup gibt einen würzigen Geschmack. Beide sind sehr süß.
  • Erythrin: auch ein Zuckeralkohol der durch Fermentation hergestellt wird. Hier gibt es viele Produkte wie Xucker, Sukrin, Wiezucker, und viele mehr.
  • Stevia: Eine Pflanze, auch Süßkraut oder Honigkraut genannt, deren Blätter um ein Vielfaches der Süßkraft von Zucker besitzen – ein Blatt reicht, um eine Tasse Tee zu süßen. Stevia ist nicht kariogen und auch für Diabetiker geeignet. Und kann im Garten oder am Balkon angebaut werden.
  • Fruchtzucker: Viele Früchte sind schön süß. Dörrobst wie Rosinen, Zwetschken, Marillen, Feigen oder Datteln geben eine fruchtige Süße. Hier können super die Reste vom Nikolaus-Sackerl oder der Zwetschken-Krampus verarbeitet werden. Aber auch frisches Obst wie Äpfel oder Bananen kann zum Backen verwendet werden.
  • Reduktion: Bei sehr vielen gängigen Rezepten kann der Zucker einfach weggelassen werden. Natürlich schmecken die Bäckereien dann ungewohnt, aber gut. Selbst wenn man mit anderen Süßungsmitteln als Zucker arbeitet: Weniger ist auch hier mehr. Es dauert einige Zeit, bis sich unser Organismus wieder an einen „normalen“ Geschmack gewöhnt hat. Schließlich essen wir meist über viele Jahre viel zu süß.

 

Euch wünschen wir viel Freude beim Backen mit Euren Lieben – schickt uns doch Eure Lieblingsrezepte und Fotos aus Eurer Backwerkstatt. Happy Advent!

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Ein Artikel von Sandra
veröffentlicht am 15.12.2016
Freie Journalistin und vegane Mama von zwei Schulkindern. Beim Ethik.Guide und animal.fair als Blogautorin und Social Media/facebook-Managerin aktiv. Findet Glück in der Natur, beim Backen und Kaffeetrinken.
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